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Ein wunderbares Geschenk
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Ein wunderbares Geschenk

Gedanken zum Wochenende von Arndt Farack, Pfarrer in Oranienburg

„Komm, lass uns um die Häuser ziehen. Ein bisschen frische Luft kann ich an diesem Abend gut gebrauchen.“ So bat die junge hochschwangere Frau ihren Mann, der gerade von der Arbeit nach Hause gekommen war. Und sie fügte hinzu: „Um unsere kleine Tochter brauchen wir uns nicht zu sorgen. Mein Vater ist da. Er will ihr etwas vorlesen.“ Nach einer Stunde waren die beiden von ihrem Spaziergang wieder zurück. Der Abendbrottisch wurde gedeckt. Während sich die Familie das Essen gut schmecken ließ, schaute die junge Frau wieder und wieder auf ihre Uhr. Schließlich sagte sie: „Jetzt kommen die Wehen schon alle 10 Minuten. Vater, ich habe gerade bei unserem Abendspaziergang für Dich eine Zahnbürste gekauft. Kannst Du diese Nacht bei uns bleiben? Ich habe das Gefühl, dass es bald so weit ist und unser Kind geboren wird. Dann müssen wir ins Krankenhaus und wollen doch unsere Tochter nicht allein lassen.“ „Natürlich bleibe ich dann diese Nacht hier.“ So antwortete ich. Bald schon wurde meine Enkeltochter von ihrem Papa ins Bett gebracht. Und als sie schlief, verließ das Paar die Wohnung. Die Tür fiel ins Schloss. Erwartungsvolle Stille breitete sich im Haus aus. Doch kurz nach Mitternacht klapperte es an der Tür. Sind da Einbrecher? So fuhr es mir beim Erwachen durch den Kopf. Nein, das junge Paar kam aus dem Krankenhaus zurück. „Vater, es ist noch nicht so weit. Ich kann noch vier bis fünf Stunden schlafen.“ sagte die junge Frau zu mir. Und wieder breitete sich die Stille der Nacht in der Wohnung aus. Aber ehe der Morgen graute, begaben sich die jungen Eltern erneut zum Krankenhaus. Nun musste alles schnell gehen. Und bei den ersten Sonnenstrahlen, die den Tag erhellten, war der Sohn geboren.
Welch wunderbares Geschenk von neuem Leben! Danke, o Gott!
erstellt von Mathias Wolf am 08.04.2019, zuletzt bearbeitet am 15.04.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv