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Fontane, Fontane
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Fontane, Fontane

Andacht von Pfarrerin Ruth-Barbara Schlenker, Grüneberg

Fontane, überall Fontane, jedenfalls bei uns in Brandenburg - landauf landab. Man kanns schon nicht mehr hören. In der Schule hatten wir Effi Briest als Leselektüre, eine Geschichte, die mein weibliches Herz erboste und die mir Fontane nicht gerade positiv erschloss. Dann ein bisschen Lesen in den Büchern der Wanderungen durch die Mark Brandenburg, die er ja gar nicht erwandert, sondern erfahren hat. So lernte ich vor drei Jahren meine neue Heimat etwas besser kennen. Emotional aufgeschlossen hat mit aber Fontane die Musik, die mein Vater aus seinen Gedichten gemacht hat und die ich in einem Konzert in Stolpe hören durfte. Nur drei Passagen möchte ich nennen. Das Gedicht Glück, in dem er die Sonntagsruhe und darin sein Wohlsein beschreibt, endet mit dem Vers: „Felder rings, - ein Gottessegen Hügel auf- und niederwärts, und auf stillen Gnadenwegen stieg auch er uns in das Herz.“ Ja, das kenne ich, dass man Gottes Gnade und Segen spüren darf draußen auf Wegen zwischen den vollen Feldern, wenn man die Lerchen hört und die Grillen und Frieden ist, außen und innen. Auf Gnadenwegen schleicht sich da der Segen ins Herz – ein schöner poetischer Gedanke. Oder wie er in seinem Gedicht Heimat beschreibt, wie er nach großen Reisen im Ausland wieder heimkehrt, und das ist seine Erkenntnis: „Das Haus, die Heimat, die Beschränkung, die sind das Glück und sind die Welt.“ Oh wie aktuell, Beschränkung als Zugewinn zu betrachten! Ein moderner Fontane - Greta Thunberg lässt grüßen! Und zum Schluss: Im Gedicht Frühling beschreibt er, wie man in eine Winterstarre verfallen kann, vielleicht durch Schlimmes und Dunkles, was man erlebt. Aber dass man den Schritt ins Helle, ins Leben, doch wieder wagen und es damit dem alten Apfelbaum gleichtun soll, der sich auch jedes Jahr im Frühling wieder aufrafft zum Blühen, ob er will oder nicht. - Dass der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland nachhaltig wohltätig war, wäre eine eigene Predigt wert. Aber die Geschichte ist nicht von Fontane, die hat er nur aufgegriffen.
Ich freue mich auf einen Fontane-Abend in der Grüneberger Pfarrscheune am Samstag um 19 Uhr mit Liedern und heimatlichen Bildern. Vielleicht konnte ich Ihnen Lust machen zu kommen? Es grüßt sommerlich Pfarrerin Ruth-Barbara Schlenker
erstellt von Mathias Wolf am 29.07.2019, zuletzt bearbeitet am 02.08.2019
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