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Sup. Uwe Simon
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Weihnachten

Wenn es Weihnachten nicht gäbe, ….
dann folgten auf die trüben Novembertage nasskalte, dunklen Dezembertage. Es bliebe die Sehnsucht, dass es bald wieder heller, wärmer und freundlicher werden möge (oder Schnee falle ;-))
Über den Nachrichtenticker, die Zeitungen oder sozialen Netzwerke würden weiter Meldungen von Gewalt, weltweit menschlichem Elend, Kriegen, Hunger und Verfolgung tickern - nichts Neues also unter der Sonne. Es gäbe keinen wirklichen Lichtblick am Horizont, dass es damit ein Ende haben könnte.
Menschlichkeit hieße womöglich für viele: erst kommen die Nahestehenden und dann der Rest der Welt, wo ich ja eh nichts ändern kann.
Im privaten Umfeld würde sicher weiter gelacht und geliebt, gearbeitet und gefeiert, geweint und gestritten, gestorben und gelitten. Und die vielen Fragen nach dem Warum und Wozu blieben einfach unbeantwortet im Raum stehen. Brot allein, wovon wir genug haben, macht eben nicht lebenssatt.
Alles bliebe so wie immer, wenn es Weihnachten nicht gäbe!
Vor allem bliebe ein Platz in der Welt leer, als wäre die Welt Gott los. Dann wäre es übrigens auch nicht mehr weit, bis sie gottlos ist.
Alle Fragen nach dem Warum und Wozu sind letzten Endes Fragen nach Gott, und warum er sich so unerkennbar und so rar macht. In Krisenzeiten vermissen wir ihn und hätten ihn gern an der Seite oder möchten von ihm in den Arm genommen werden - und merken, dass wir gar nicht wissen, wie wir uns Gott vorstellen sollen.
Weil es nun aber Weihnachten gibt, …
feiern wir Gott mitten im Leben. Er ist zur Welt gekommen. Ein Kind ist geboren. Es will umsorgt und geliebt werden. Gott braucht unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge! Dieses Kind wird sich Sorgen um Menschen machen, egal ob sie ihm nah oder fern stehen; zeigen, was Menschlichkeit ist. Es wird Menschen helfen, aus ihren Fehlern zu lernen, Schuld einzugestehen, es wird Traurige trösten, Kranke berühren und verwundete Seelen heilen, es wird an der Seite der Sterbenden bleiben und ihren Weg mitgehen und am Ende einen Weg zum Leben zeigen. Es wird Mut zum Frieden machen, weil es Gerechtigkeit fordert und lebt, in dem es Frieden und Gewaltlosigkeit wagt.
Was für ein Kind, das da zur Welt gekommen ist: Gott oder ein Licht in der Finsternis!
Wir haben allen Grund zur Freude, wir sind Gott nicht los. Er hat einen Namen, eine Geschichte, ein Gesicht. Gott sei Dank und frohe Weihnachten!
erstellt von Christoph Poldrack am 24.12.2019, zuletzt bearbeitet am 03.04.2020
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv