Start Willkommen im Kirchenkreis Archiv Andachtsarchiv Artikel: Oculi mei semper ad Dominum … Meine Augen sehen stets auf Gott
Oculi mei semper ad Dominum … Meine Augen sehen stets auf Gott
Foto: privat

Oculi mei semper ad Dominum … Meine Augen sehen stets auf Gott

Das Thema Covid-19 ist derzeit in aller Munde. Viele sind verunsichert ob der ungeklärten Risiken für die persönliche Gesundheit, andere hinterfragen die - aus ihrer Sicht - überzogene Hysterie in unserem Land. Die einen warnen vor den unabsehbaren Folgen der Epidemie für das Gesundheitssystem, die anderen fürchten um die wirtschaftlichen Verwerfungen in einer globalisierten Welt oder beklagen bereits jetzt die spürbaren Veränderungen im sozialen Gefüge unserer Gesellschaft. Nicht wenige wünschen sich endlich wieder einen "normalen" Alltag mit Einkauf, Theaterabend, Gaststättenbesuch oder Vereinsfeier und spüren doch zugleich, dass in der gegenwärtigen Situation jeder Einzelne auf besondere Weise gefordert ist, das Seine zur Bewältigung der Krise beizutragen.

Auch das gemeindliche und kirchliche Leben bleibt davon nicht unberührt. Sollten wir uns weiter wie gewohnt zum Gottesdienst, zum Gesprächsabend oder im Seniorenkreis treffen? Besteht beim Kirchen-Café am Mittwochnachmittag nicht ebenso Ansteckungsgefahr wie sonnabends beim Kreisliga-Spiel der C-Jugend? Andererseits: Wenn wir gar nicht mehr zusammenkommen und andere nur noch auf Distanz halten, wo bleibt dann das erforderliche solidarische Miteinander von Starken und Schwachen, Mutigen und Ängstlichen - von Gesunden und Infizierten?

Oculi mei semper ad Dominum … Meine Augen sehen stets auf Gott, denn er hat mein Elend gesehen. Der Name des morgigen 3. Sonntags der Passionszeit ist dem 25. Psalm entnommen. Der Psalmbeter erzählt von kritischen Zeiten und Erfahrungen seines Lebens. Und die beschreibt er als durchaus bedrohliche und existentielle Herausforderung. Was ihn trägt und was ihn tröstet aber ist sein unbändiges Vertrauen auf Gottes Gegenwart. So lernt er, nicht auf das Problem zu schauen, das sein Denken und Fühlen gefangen hält, sondern auf den, der die Kraft gibt, das Not-Wendige möglich zu machen. Und sei es noch so außergewöhnlich in diesen außergewöhnlichen Tagen und Wochen des Jahres 2020.

Thomas Hellriegel, Pfarrer in Vehlefanz
erstellt von Stefan Determann am 13.03.2020, zuletzt bearbeitet am 21.03.2020
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv

Diese Information ist auch in der Newsliste des Kirchenkreises zu sehen.