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Pfingstgruß von Superintendent Uwe Simon

Pfingstgruß von Superintendent Uwe Simon

Atme in mir, Heilige Geistkraft
Atme in mir, Heilige Geistkraft, dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, Heilige Geistkraft, dass ich Heiliges tue.
Locke mich, Heilige Geistkraft, dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, Heilige Geistkraft, dass ich Heiliges hüte.
Hüte mich, Heilige Geistkraft, dass ich Heiliges nimmer verliere.


Liebe Mitarbeitende, liebe Schwestern und Brüder,

das bevorstehende Pfingstfest möchte ich noch einmal für einen herzlichen Gruß in die Kirchengemeinden des Kirchenkreises zum Anlass nehmen.
Autor oder Autorin des Gebetes um und an den Heiligen Geist sind wohl unbekannt. Auch das Gebet zum Heiligen Geist ist für uns eher ungewohnt, jedenfalls ungewohnter als die vertraute Bitte um den Geist, um Geistesgegenwart und Geisteskraft in den vielen beruflichen und privaten Herausforderungen.
Wir leben und arbeiten mittlerweile in einer Übergangszeit. Die Verunsicherung angesichts einer unbekannten Viruserkrankung, die Erfahrung wie verletzbar und zerbrechlich unser wirtschaftliches, politisches, soziales und ganz persönliches Leben ist, hat uns unvermittelt getroffen Manche hat es gelähmt und entsetzt und zugleich bei vielen ungeahnte Kräfte und eine erstaunliche Kreativität, mit der Situation um zugehen, geweckt.Manchmal war Zeit zum Durchatmen, manchmal herrschte eher das Gefühl der Atemlosigkeit vor.

Ich spüre gerade noch einmal in mir meinen Erfahrungen der zurückliegenden Wochen und damit der Geisteskraft mit ihrem Antrieb, ihrem Ansporn, ihrer Ermutigung und ihrem Schutz und Segen nach. Ich suche nach den Spuren des Heiligen im Chaos der Bedrohung, nach Zeichen der Gegenwart Gottes inmitten der Zerbrechlichkeit des Lebens. Und möchte Pfingsten von all dem Erzählen: von der wachsamen Nüchternheit,der verantwortungsvollen Sorge um Nächste und Schwache, aber auch von der spontanen Begeisterung und der wiederentdeckten Freude am Gottesdienst und dem Trostwort in unseren Kirchen und unter freiem Himmel, dabei unter so veränderten Vorzeichen.Ich möchte dem Heiligen Raum geben und es feiern.
Gottes Geist ist so vielfältig gegenwärtig und erlebbar, ein Tröster und Ratgeber, eine Kraft und ein Feuer, und dann wieder einfach nur ein stilles, leichtes Säuseln des Windes. Spürbare Nähe Gottes verdanken wir seiner Kraft, seiner Wirklichkeit, seiner Gegenwart.

Viele haben die Diskussionen um Freiluftgottesdienste im Landkreis Oberhavel zum Himmelfahrtstag verfolgt.Ich bin froh, dass das Land Brandenburg den Anstoß dieser Kontroverse so aufgenommen hat, dass Gottesdienste unter freiem Himmel nun mit bis zu 150 Personen möglich sind. Zugleich haben die Ansteckungen vieler Gottesdienstbesucher in Frankfurt/Main und gerade ganz neu in Bremerhaven gezeigt, wie wichtig es ist, verantwortlich mit den wiedergewonnenen Möglichkeiten und Freiheiten umzugehen, weil es um die Gesundheit all derer geht, die kommen,um miteinanderin Gemeinschaft Gottes Wort zu hören und zu beten, Musik das Herz berühren zu lassen und Segen für den Alltag zu empfangen.

Ab 6.Juni 2020 sind auch Konzerte in unseren Gemeinden und Kirchen wieder möglich.
Deswegen erinnere ich bewusst noch einmal an dieRegeln, die diese Freiheit ermöglichen:
  • Es braucht in jeder Gemeinde ein Hygienekonzept. Verantwortlich dafür sind die Gemeinden und Gemeindekirchenräte, nicht allein die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen. Auf der Homepage der EKBO und auch des Kirchenkreises finden sich Hinweise dazu.

  • Jeder und jede soll die Möglichkeiten finden, Hände zu desinfizieren.

  • Kontakt-und Abstandsregeln sind einzuhalten.

  • Kontaktflächen müssen regelmäßig gereinigt werden
    vor allem nach den Gottesdiensten und nach Öffnungszeiten der Kirchen.
    Anwesenheitslisten müssen geführt werden, um im Notfalle Infektionswege verfolgen zu können.
    Nasen-und Mundschutzmasken sollen vor allem bei Gottesdiensten in den Kirchen getragen werden.

  • Ich bitte noch einmal nachdrücklich darum, auf Gesang in den Kirchen in der nächsten Zeit zu verzichten, bis eine andere Empfehlung ausgesprochen wird. Hier ist die Ansteckungsgefahr besonders groß, auch wenn die niedrigen Fallzahlen momentan Sicherheit zu versprechen scheinen.

  • Auf Abendmahlsfeiern sollte im Augenblick auch noch verzichtet werden.
Diese Hinweise erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Wer weitergehende Information sucht findet sie aktualisiert im untenstehenden Link.


Gerade wenn wir der Geisteskraft und Geistesgegenwart Gottes trauen, müssen uns diese Regeln und gefühlten Einschränkungen nicht schrecken. Sie können uns in der Verantwortung füreinander stärken.Und Gottes Geist hilft uns darauf zu reagieren und gute alltagstaugliche Lösungen zu finden.

Pfingstsonntag wird es neben den vielen wunderbaren Gottesdiensten in und um unsere Kirchen noch einmal eine vorerst letzte Videoandacht des Kirchenkreises aus der Maria-Magdalenen-Kirche in Templin geben.Fühlen sie sich dazu herzlich eingeladen.Ich danke allen, die in den letzten Wochen und Monaten sich intensiv an den vielen verschiedenen Gottesdienstformaten beteiligt haben, Kontakt zu den Menschen in unseren Gemeinden, Dörfern und Städten gehalten haben, nicht aufgehört zu beten und so lebendig und vor allem konkret von ihrem Glauben erzählt haben.

Ihnen und uns allen wünsche ich ein gesegnetes, erfülltes, lebensfrohes Pfingstfest in der Gewissheit: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth“ (Sach. 4, 6b)

Es grüßt Sie/Euch von Herzen
Uwe Simon, Superintendent
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv