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Das Kreuz mit dem Kreuz
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Das Kreuz mit dem Kreuz

Andacht von Beate Wolf, Pfarrerin in Menz.

Als Jugendliche habe ich in der 10. Klasse den kleinen Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ auf meinen Parker genäht und bin damit zur Schule gegangen. Sie können sich nicht vorstellen, was es da für ein Theater gab! Ich wurde in der Aula vor der ganzen Schule als „Scherge der Bonner Kriegstreiber“ beschimpft. Als ich immer noch nicht bereit war, das Symbol zu entfernen, drohte mir der Schulverweis.
Ähnlich ging es Mitgliedern der Jungen Gemeinde, die ein kleines Kugelkreuz als Anstecker trugen. Auch sie sollten der Schule verwiesen werden.
Von je her waren christliche Zeichen Symbole des Widerstandes gegen Tyrannei.
Schon die ersten Christen malten heimlich einen Fisch oder ein Kreuz mit dem Fuß In den Sand und beobachteten die Umstehenden. Wer das geheime Zeichen erkannte, dem wurden dann Zeit und Ort des nächsten Gottesdienstes mitgeteilt. Christentum wurde früher mit dem Tode bestraft.
Als das Kreuz von den Herrschenden okkupiert wurde, trug man es in die Schlacht gegen die Ketzer oder die Ungläubigen. Natürlich ging es nicht um irgendeinen Gott oder Glaube, sondern um Handelswege, Grenzsicherungen und Machterhalt.
Immer, wenn das Kreuz von den Herrschenden benutzt wird, geht es um Macht, genau das Gegenteil dessen, was der Gekreuzigte predigte.
Noch heute ist das Kreuz in der Hand der Herrschenden ein lächerliches Symbol, in der Hand der Unterdrückten aber ein staatsgefährdendes Symbol.
Damals übrigens war es der Direktor meiner sozialistischen Schule, der die richtigen Worte fand, um den Konflikt zu entschärfen: „Beate, wenn du den Aufnäher weiter trägst, schadest du allen. Dir, weil du keinen Schulabschluss hast. Und uns Lehrern, weil wir uns für unsere Feigheit ein Leben lang schämen werden. Tu uns das nicht an!“
Das war weise. Und sehr menschlich. Ich nahm den Aufnäher ab und trug fortan das Kugelkreuz. Und der Direktor seufzte und lies mich gewähren.
Beate Wolf Pfarrerin in Menz
erstellt von Mathias Wolf am 11.05.2018, zuletzt bearbeitet am 20.05.2018
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv

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