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Gedanken zur Zeit
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Gedanken zur Zeit

Andacht von Superintendent Uwe Simon

Mit dem Ferienende wird wie jedes Jahr die Rückreisewelle angekündigt. Die Straßen sind voll. Auf den Bahnhöfen und Flughäfen herrscht munteres Treiben und mitunter (un-)geduldiges Schlangestehen.
Die Passagiere haben im Flieger Platz genommen, die Maschine war gerade Richtung Starbahn losgerollt, als eine Stimme ansagt, dass sich wegen technischer Probleme der Start verzögert und noch einmal die Parkposition eingenommen werden muss.
Die einen verschlafen diesen Augenblick. Sie haben es sich längst bequem gemacht und bleiben ganz entspannt. Andere werden unruhig und unsicher. Auch wenn die Probleme behoben sind, kann man dann wirklich sicher losfliegen? Neben mir wird hitzig diskutiert, aber nicht über das Fliegen, sondern über den Urlaub, der jetzt zu Ende geht. Der Ferienort war voll und laut, das Wetter durchwachsen. Nachbarn widersprechen, sie sind begeistert, aber ihnen machen die Probleme zu Hause Sorgen. Sie wollen eigentlich gar nicht in den Alltag zurück. Denn da ist der Urlaub ganz schnell nur noch eine Episode in der Vergangenheit. Es sind schließlich unruhige und stürmische Zeiten. Die Weltlage ist unsicher und das eigene Leben hektisch.
Ich beobachte das alles und frage mich, wie es mir gerade geht?
Bringt mich Unvorhergesehenes aus dem Konzept? Habe ich Angst vor dem, was kommt? Mag ich es, wenn alles im Fluss und in Bewegung ist? Erlebe ich stürmische Zeiten und suche Halt oder möchte ich verkriechen? Wahrscheinlich trifft von allem ein bisschen zu. Und mir fällt die biblische Geschichte ein, die am kommenden Sonntag in den Kirchen zu hören sein wird. Jesus fährt mit seinen Jüngern auf einen See hinaus und gerät in einen heftigen Sturm. Während die Freunde Jesu versuchen, das Boot auf Kurs zu halten, schläft Jesus. Die einen sind in Angst, er aber ist ganz ruhig, gelassen und lässt sich zunächst nicht stören. Die Jünger können es nicht verstehen. Sie wecken ihn, machen ihm Vorwürfe. Er stillt den Sturm, aber was viel wichtiger ist - er fragt sie: Habt ihr noch keinen Glauben? Habt ihr kein Vertrauen?
Es dauerte nicht lange und dann startete das Flugzeug und landete sicher, aber mit Verspätung am Zielort. Ich steige aus. Die Frage Jesu aber geht mir nach. Habt ihr noch kein Vertrauen? Ich merke, wie wichtig im Leben Glaube und Vertrauen sind. Egal, was kommt: ich bin und bleibe in Gottes Hand, in stürmischen Zeiten ebenso wie in den schönen, ruhigen und erfolgreichen Momenten meines Lebens. Gott sei Dank!
erstellt von Matthäus Monz am 09.02.2019, zuletzt bearbeitet am 17.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv

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