Start Willkommen im Kirchenkreis Artikel: Warten und Erwarten
Friedemann Humburg
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Warten und Erwarten

Denke ich an frühere Tage zurück, erinnere ich mich, dass das Warten an ganz unterschiedlichen Lebenspunkten für mich eine große Rolle gespielt hat. Zum Beispiel: das Warten auf den Brief einer lieben Freundin, das Warten auf die Urlaubsreise mit den Eltern, das Warten auf die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Dinge brauchten ihre Zeit, das wusste ich, und manchmal halt da einfach nur warten. Und natürlich, ich malte mir das Resultat meines Wartens aus. Was würde wohl in dem lang erwarteten Brief stehen, wie sehen die unbekannten Orte aus, die wir kennenlernen werden und wie fühlt es sich an, das Objekt der Begierde endlich in den Händen halten zu dürfen? Warten und Erwarten, verbunden mit Hoffnungen und Träumen, gehören ganz eng verbunden fest zueinander.

Adventszeit ist Zeit des Wartens und der Erwartung. Der Liederdichter Jochen Klepper hat seine Sicht mit dem schönen Adventslied: „Die Nacht ist vorgedrungen“ beschrieben. Dort heißt es u.a.: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ Jochen Klepper kennt aus seinem Leben Finsternis und Nacht. Doch mitten hinein beginnt das Licht des neuen Morgens zu leuchten. Der neue Tag mit seinem Licht, mit seinen vielen Möglichkeiten bricht an, schafft sich seinen Raum. Sicherlich auch verbunden mit so manchen Gefahren und Widrigkeiten. Darum weiß der Liederdichter, räumt jedoch Chancen und Möglichkeiten, Hoffnungen und Sehnsüchten mehr Platz in seinem Herzen ein als den Dingen, die uns Menschen das Leben oft so schwer machen. Weil er mit dem Beginn des neuen Tages, dem Aufbrechen des Lichtes auch das Ankommen Gottes in seine Welt verbindet. Gott selbst, der von uns Menschen oft so weit entfernt und im Dunkel empfunden wird macht sich selbst auf den Weg zu uns Menschen. Er will uns nahe sein, mit uns sein in allen Augenblicken unseres Lebens, sei es im Lachen oder auch im Weinen. Hören wir noch einmal Jochen Klepper: „Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah“.

Darauf lohnt es sich wirklich zu warten und von den damit verbundenen Erwartungen auch schon ein klein wenig zu träumen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und erwartungsreiche Adventszeit
erstellt von Christoph Poldrack am 30.11.2019, zuletzt bearbeitet am 07.12.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv

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