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Eine Sternstunde im grauen Januar

Eine Sternstunde im grauen Januar

Pfarrerin Christine Gebert aus Herzberg (Mark) mit einigen Gedanken zur vergangenen Woche

"Eine Sternstunde im grauen Januar." Pfarrerin Christine Gebert aus Herzberg (Mark) mit einigen Gedanken zur vergangenen Woche.
Trübe sind die Tage. Grau und dunkel. Die Stimmung ist gedämpft und man lebt so vor sich, aber sehnt sich nach Leben, nach allem, was die Lebensgeister weckt.
Als wüsste der Wochenspruch so viel mehr, fallen die Worte Jesajas in diese zähen Tage hinein und plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: „Über dir erstrahlt der Herr, sein herrlicher Glanz scheint auf dich.“ (Jesaja 60, 2)

Ganz greifbar wird das Leuchten Gottes für mich in aller Schwere der Situation durch die mutigen Menschen, die ihre Gesichter seit der vergangenen Woche mit der Initiative #outinchurch zeigen. Katholische Christ:innen, die sich dafür stark machen, dass ihre sexuelle Identität nicht mehr zu einem Ausschlusskriterium aus der christlichen Gemeinschaft wird; die von ihren schmerzhaften Erfahrungen erzählen und von ihrer Beziehung, die sie zu Gott und ihrer Kirche gehalten haben. Man kann nur erahnen, wie viel Kraft und Mut dieser Schritt für viele von ihnen verlangt haben muss.

Eine Sternstunde in diesem trüben Januar. Eine Sternstunde hoffentlich für all diejenigen, die ihre Stimme noch finden müssen. Ein Beginn ist gesetzt „für eine Kirche ohne Angst“, wie sie es selbst in ihrer Initiative beschreiben.

Ich sehe, dass hier etwas zu strahlen beginnt. Ich sehe hier Hoffnung auf Veränderung – als evangelische Christin habe ich ein verbundenes Strahlen im Gesicht in dem Wissen, dass es noch so vieles gibt, das wir erhoffen und ändern sollten. Manchmal besser spät als nie. Manchmal mitten in der grauen Jahreszeit.
erstellt von Stefan Determann am 30.01.2022, zuletzt bearbeitet am 03.10.2022
veröffentlicht unter: Kirchenkreis & Arbeitsbereiche