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Gesicht gezeigt gegen Rechtsextreme
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Gesicht gezeigt gegen Rechtsextreme

Ein Bericht aus der MAZ/Neues Granseer Tageblatt von Anke Dworek

Gransee. Die NPD hatte einen Informationsstand auf dem Bürgersteig am B 96-Kreisel angemeldet. Da das Netzwerk aus Parteien und zivilgesellschaftlichen Initiativen gut funktioniert, trafen sich schon am Sonnabendmorgen Menschen zur Gegendemo. Allerdings wurde ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt. Zunächst hatte es geheißen, dass die NPD um 9 Uhr mit einem Stand in Gransee beginnen, dann nach Neuruppin weiterfahren werde. Die müssen ihre Absichten "spontan" geändert haben, denn sie machten zunächst in Neuruppin Station. Erst um 13 Uhr trafen sie in Gransee ein. Falls sie geglaubt hatten, dass die Leute dort stundenlanges Warten nicht in Kauf nehmen würden und sie dann freie Bahn gehabt hätten, sahen sie sich getäuscht. Die Vertreter von SPD, den Linken mit dem Bundestagsabgeordneten Harald Petzold, Bündnis 90/Die Grünen, der Willkommensinitiative Gransee, der Kirche hatten ausgeharrt und bereiteten den NPD-Leuten einen entsprechenden Empfang. Mit "Haut ab!"-Rufen, schrillen Tönen aus Tröten und Trillerpfeifen wurde der Auftritt der Rechtsextremen begleitet. Die waren ohnehin in kleiner "Formation" erschienen: sechs Männer und eine Person in einem Fuchs-Kostüm.

Natürlich zeigte die Polizei bei der ganzen Aktion Präsenz: mit sehr viel mehr Beamten, als an der Ecke zu sehen waren. Das war dem Umstand geschuldet, dass vorher niemand wissen kann, mit wie vielen Leuten sich die NPD sehen lässt. Das können wie in Gransee sieben, aber auch 700 sein.

Sebastian Beil aus Gransee war es ein persönliches Anliegen, gegen die NPD Gesicht zu zeigen. Als Mitglied des Gemeindekirchenrats unterstützt er die Willkommensinitiative für die Asylbewerber, die in Gransee erwartet werden. "Wir müssen bekannt machen, welche Schicksale diese Menschen haben." Dem nach eigener Aussage "linksextremen CDU-ler" Steffen Jakuttek aus Rheinsberg reicht es oft nicht, was seine Partei gegen rechtsextreme Umtriebe unternimmt. Und Gudrun und Kuno Lomas waren aus Klein-Mutz gekommen, weil es zu ihrem Demokratieverständnis gehört, "gegen falschen Nationalstolz und für Vielfalt - aber ohne rechts! - aufzutreten".

Von Anke Dworek
erstellt von Mathias Wolf am 23.04.2014, zuletzt bearbeitet am 06.11.2018
veröffentlicht unter: Arbeitsgruppe für Flucht und Migration