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Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist
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Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist

Die Kreissynode des Kirchenkreises Oberes Havelland traf sich am 10.3.2018 in Neuendorf

Mit diesem Zitat von Dietrich Bonhoeffer begann Kerstin Frieboese, die auf der Kreissynode in Neuendorf am 10.4. ihre Arbeit „Kirche Mobil“ vorstellte. Ihre Stelle war auf der letzten Synode neu geschaffen worden, um vor allem in den kleinen Dörfern kirchliche Angebote zu schaffen für Menschen, die nicht so mobil sind: SeniorInnen, Kinder, Familien mit Kleinkindern. Statt also das Angebot immer weiter auszudünnen, wie es meistens geschieht, ist unser Kirchenkreis neue Wege gegangen und geht überall auf Menschen zu, die bisher wenig mit Kirche Berührung hatten.
Zum Beispiel Jugendliche, die das Wort „evangelisch“ wahrscheinlich nicht mal schreiben können. So beschrieb es Sozialarbeiter Lukas Böning, dessen Stelle ebenfalls neu geschaffen wurde. Er berichtete von der Arbeit des „Jugendkellas“ in Templin, wo Jugendliche eben nicht nur Kicker spielen oder am Bildschirm sitzen, sondern sich aktiv mit Politik, Spiritualität und Geschichte auseinandersetzen. Jugendliche, die man allgemein als „schwer erreichbar“ bezeichnet, werden begeistert und aktiv.
Wer verhindern möchte, dass bei uns Konflikte zwischen Geflüchteten und Einheimischen eskalieren wie in Cottbus, muss sich vor allem um Beziehungen kümmern. Marion Wuttke (auch ihre Stelle wurde vor kurzem neu eingerichtet) hatte einen jungen Syrer eingeladen, der bei Gemeindegliedern Praktika machen durfte und jetzt genug Deutsch kann, um eine Ausbildung zu beginnen, eine afghanische Mutter, die panische Angst hat in ihrem Herkunftsland von Taliban gesteinigt zu werden und nun Schutz und vor allem neue Freunde in der Kirchengemeinde gefunden hat. Marion Wuttke berät, koordiniert, lädt ein, klärt auf - zusammen mit der langjährigen Leiterin der Beratungsstelle für Geflüchtete Simone Tetzlaff (ebenfalls vom Kirchenkreis finanziert!) Wo solche Kontakte möglich werden, haben Radikale auf beiden Seiten keine Chance.
Außerdem beschloss der Kirchenkreis die Einrichtung einer unbefristeten Stelle einer Baubeauftragten, die die Gemeinden beim Erhalt der vielen Kirchen unterstützen soll.
All diese neuen Stellen zeigen, dass sich der Kirchenkreis eben nicht um sich selbst dreht, sondern für andere da ist.
Das sind die neuen Wege, die Pfr. Dr. Christoph Poldrack am Anfang in seiner Andacht gefordert hatte.
Es war seine letzte Andacht als stellvertretender Superintendent, er wird am 22. April in den Ruhestand verabschiedet. Damit war eine Neuwahl des Stellvertreters notwendig, die wie alle Entscheidungen fast an der Beschlussfähigkeit der Synode gescheitert wäre, denn zum ersten Namensaufruf war die Synode mit nur 61 Anwesenden von 93 Synodalen nicht beschlussfähig. Erst als zwei weitere Synodale dazukamen, konnte die Wahl durchgeführt werden.
Synodale, die auch bei dieser Wahl auf neue Wege gehofft haben, nämlich dass erstmals in der Geschichte des Kirchenkreises vielleicht eine Frau in eine Leitungsposition gewählt würde, wurden allerdings enttäuscht. Der Superintendent, der als einziger das Vorschlagsrecht hat, schlug nur eine Person vor, Pfarrer Peter Krause aus Sachsenhausen. Als Pfarrerin Beate Wolf aus Menz sagte, sie stünde für das Amt zur Verfügung, gab es kurzfristig Unmut und Unruhe unter den Synodalen. Mit dem Hinweis, dass diese Debatte überflüssig sei und nur den designierten Kandidaten beschädigen würde, wurde die Diskussion beendet und Peter Krause mit 48 von 62 Stimmen als stellvertretender Superintendent bestätigt.
Peter Krause nahm die Wahl an.
Am 10. November wird die Kreissynode wieder zusammentreten.

Mathias Wolf
erstellt von Mathias Wolf am 12.03.2018, zuletzt bearbeitet am 26.11.2018
veröffentlicht unter: Neuigkeiten aus dem Kirchenkreis