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Interreligiöse Gedenken in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Interreligiöse Gedenken in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Das Interreligiöse Gedenken in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück am gestern Sonntag ging den Zeugnissen verschiedener Frauen in ihren letzten Tagen nach.
An verschiedenen Stationen auf dem ehemaligen Lagergelände waren Berichte zu hören. Die jüdischen, christlichen und muslimischen Mitglieder der Zukunftswerkstatt Interreligiöses Gedenken laden dazu ein, ihre Wege gehend und gedenkend nachzuvollziehen. Für den Kirchenkreis dabei war Prädikantin Sabine Benndorf aus Templin.

Freiheit – Befreiung! Für die gefangenen und gequälten Frauen und Männer im KZ Ravensbrück war das eine ferne, eine kaum noch vorstellbare Hoffnung. Doch im Frühjahr 1945 mehrten sich die Anzeichen dafür, dass die Zeit im Lager ein Ende haben könnte; dass es doch noch eine Chance gab, das KZ lebend zu verlassen. Plötzlich erhielten einige sog. politische Gefangene ihre Entlassungspapiere und durften gehen – einfach so – durch das Tor in die Freiheit.

Das Rote Kreuz organisierte den Abtransport etlicher ausländischer Gefangener aus dem Lager und brachte sie in den „Weißen Bussen“ in die Schweiz oder mit Bussen und dem Zug nach Schweden. Schließlich floh die SS und es blieben bis zur Befreiung durch die Rote Armee die 2000 Menschen zurück, die aus Schwäche und Krankheit das KZ nicht verlassen konnten und diejenigen, die sich um sie kümmerten.

Aber es gab auch die massenhafte Aussonderung und Tötung von Frauen und Männern im Lager – buchstäblich in letzter Minute. Und es gab die Todesmärsche: Wohl 20000 Erschöpfte, an Hunger und Krankheit leidende Menschen wurden zu menschlichen Schutzschilden der fliehenden SS.
erstellt von Stefan Determann am 02.05.2022, zuletzt bearbeitet am 14.06.2022
veröffentlicht unter: Neuigkeiten aus dem Kirchenkreis