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20.05.2020 | Eilmeldung: Landkreis OHV verbietet Freiluftgottesdienste

Eilmeldung: Landkreis OHV verbietet Freiluftgottesdienste / Landsbischof kommt morgen nach Zehdenick

Kurzfristig hat sich die Situation zu den geplanten Himmelfhahrtsgottesdiensten zugespitzt.
Gerade erfuhren wir vom zuständigen Gesundheitsamt des LK OHV, dass die beantragten Freiluftgottesdienste vom Landkreis Oberhavel nicht genehmgt werden.
Die Auskunft erfolgte heute Mittag telefonisch von der zuständigen Teamleiterin des Gesundheitsamtes nach einer Entscheidung der Stabstabsstelle im Landratsamt.

Die Entscheidung steht im Gegensatz zu dem, was die Landeskirche (EKBO) für Berlin, Brandenburg und Görlitz empfiehlt. Nach einer ersten Rücksprache der landeskirchlichen Rechtsabteilung kann die Oberhaveler Entscheidung von den Ministerien der Brandenburger Landesregierung so pauschal nicht nachvollzogen werden.

Der Superintendent des Kirchenkreises Uwe Simon empfiehlt allen Gemeinden, die Freiluftgottesdienste geplant haben, diese auch abzuhalten. Natürlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandregeln.
"Unsere Kirche hat ihren Raum nicht nur in den Kirchengebäuden, sondern überall dort, wie wir Gottesdienste feiern", so der Superintendent in einem ersten Statement.

Auf Grund der aktuellen Lage hat sich Landesbischof Christian Stäblein im Kirchenkreis angesagt und will an dem Zehdenicker Freiluftgottesdienst auf dem Klosterhof teilnehmen. Anlässlich des Feiertags hatte der Bischof selbst in einer Botschaft zu Freiluftgottesdiensten zum Himmelfahrtstag aufgerufen.

21.05.2020, 10:00 Freiluft-Gottesdienst im Kloster Zehdenick
Pfarrer in Zehdenick ist Andreas Domke

Für weitere Infos steht Ihnen gern Superintendet Uwe Simon zur Verfügung.

Hier ergänzende die Verlautbarung der EKBO zum Himmelfahrtstag:
Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: Kirchengemeinde auf dem Gebiet der EKBO in Berlin, Brandenburg und Görlitz planen vorwiegend Himmelfahrtsgottesdienste im Freien. Wie zeitgemäß und wichtig die theologische Botschaft von Himmelfahrt ist, verdeutlicht Bischof Christian Stäblein: „Gerade jetzt, wo immer neue Ideologien stark werden, ist die Himmelfahrtsbotschaft für uns zentraler denn je“, sagt Bischof Christian Stäblein, „Mit Himmelfahrt verbinden wir den ermutigenden Anspruch, dass der auferstandene Christus im Himmel und auf Erden und damit allumfassend bestimmend ist für unser Leben. Seine friedensstiftende Botschaft gilt über alle Grenzen hinweg.“

Unter den geltenden Abstandsregeln und Hygienevorschriften feiern Kirchengemeinden in Berlin beispielsweise in der Ackerstraße nahe der Versöhnungskapelle einen Kurz-Gottesdienst. In der Paul-Schneider-Kirche in Lankwitz gibt es eine Andacht auf der Kirchenwiese mit Kirchencafé to go und in der offenen Johanneskirche Lichterfelde wartet auf Kinder eine Überraschung, die sie in den Himmel steigen lassen können. Im Brandenburgischen Putlitz spielt der Bläserchor, in Tüchen können Gottesdienstbesucher picknicken, ebenso in Grube, dem Ziel eines Sternfahrtgottesdienstes, der in Bad Wilsnack und Kletze startet. Auch in Havelberg ist ein Fahrradgottesdienst geplant ebenso in Cottbus. Die Tradition des sogenannten Christusaufzugs lebt unter anderen in der Nikolaigemeinde in Jüterbog weiter. Hierbei wird eine Christusfigur durch das Kirchendach gezogen, um von dort symbolisch die Gabe des Heiligen Geistes zu erhalten und an die Gemeinde weiterzugeben. Der Christusaufzug wird auch über Video übertragen.

Hintergrund:
Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach dem Ostersonntag, also immer an einem Donnerstag, begangen. Dass in Deutschland an Christi Himmelfahrt der Vatertag oder Herrentag lautstark und bierselig gefeiert wird, geht auf einen Volksbrauch zurück – der seine Wurzeln auch in dem christlichen Feiertag hat: Im Gedenken an den Weg zum Ölberg, von wo aus Jesus der Überlieferung nach in den Himmel aufgenommen wurde, veranstaltete man in der Alten Kirche und im Mittelalter Prozessionen, die bis heute in Flurprozessionenen weiterleben. Daraus entwickelten sich im 19. Jahrhundert Herrenpartien oder Schinkentouren, die - nach Einführung des Muttertages zu Beginn des 20. Jahrhunderts - zum Gegenstück, dem Vatertag, wurden.


Ev. Kirchenkreis Oberes Havelland
Stefan Determann, Öffentlichkeitsbeauftragter
Schulstraße 4b, 16775 Gransee
Tel.: 03306-2047082
E-Mail: st.determann@kkobereshavelland.de
Web: www.kk-ohl.de
erstellt von Stefan Determann am 24.05.2020, zuletzt bearbeitet am 22.01.2021
veröffentlicht unter: Pressemitteilungen