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Fragen zur Taufe

Was bedeutet die Taufe?
Die Taufe ist in erster Linie eine Handlung, die dem Getauften die Liebe und den Segen Gottes zusichert. Mit der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen.

Was geschieht bei der Taufe?
Tauffeiern können vielfältig ausgestaltet werden. Oft gibt es lokale Besonderheiten und Bräuche. Zu jeder Taufe gehören unbedingt folgende drei Bestandteile: Das Verlesen des sogenannten Taufauftrags Jesu (Matthäus 28, 16ff.), die Frage an den Täufling, bzw. an Eltern und Paten, ob er, bzw. das Kind getauft werden soll, und das dreimalige Übergießen des Kopfes des zu Taufenden und dabei die Worte: „N.N. ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Was spricht für eine Kindertaufe?
Christen verstehen die Geburt eines Kindes als ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den kleinen Kindern seine Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu erzählen. Später in der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus.

In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?
Oft lassen Eltern ihre Kinder im ersten Lebensjahr taufen. Aber auch eine spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht. Wenn Kinder schon einige Jahre älter sind, sollten Eltern mit ihnen gemeinsam überlegen, wann sie getauft werden sollen.

Welche Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Bitte wenden Sie sich an Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts am Wohnort der Paten über die Berechtigung zum Patenamt. Wenn Sie als Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit. Auf jeden Fall bringen Sie bitte die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit.

» Hier finden Sie das für Ihren Ort zuständige Pfarramt mit den wichtigsten Ansprechpartnern.

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Entscheidung, ob eine Taufe möglich ist, wenn beide Elternteile nicht Gemeindeglieder sind, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde getroffen. Die Regelungen sind in den einzelnen Landeskirchen unterschiedlich.

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?
Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht für das Kind besitzt. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden.
Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?
Unsere Kirchen werden üblicherweise zu allen Gottesdiensten und Feiern mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin. In den meisten Fällen ist dies möglich.

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?
Das ist in den Gemeinden unterschiedlich geregelt. Wenn es erlaubt ist, wird allerdings darum gebeten, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen. Fragen Sie bitte die Pfarrerin oder den Pfarrer, der die Taufe vollzieht, welche Regelungen in der jeweiligen Gemeinde gelten.

» Hier finden Sie das für Ihren Ort zuständige Pfarramt mit den wichtigsten Ansprechpartnern.

Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?
So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition. Einen festgelegten Dress Code gibt es nicht.

Was kostet die Taufe?
Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Gemeindegliedern kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene musikalische Einlagen wünschen, entstehen Ihnen Kosten.

Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?
Das können Sie. Von vielen Pfarrerinnen und Pfarrern wird ein solcher Gottesdienst schmunzelnd „Traufe“ (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst) genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!

Muss ich mich erneut taufen lassen wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?
Nein. In Deutschland erkennen die christlichen Kirchen die Taufe gegenseitig an. Diese Kirchen haben sich in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossenen. Die Taufe ist einmalig und wird beim Übertritt in eine andere Konfession oder beim Wiedereintritt nicht wiederholt.

Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist, erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession. Allerdings erkennen die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossenen Kirchen die Taufe gegenseitig an. Die Taufe ist deshalb einmalig und wird auch beim Übertritt in eine andere Konfession nicht wiederholt.

Wozu werden Paten oder Patinnen gebraucht?
Sie sollen dem getauften Kind helfen, in den christlichen Glauben hineinzuwachsen, bis das Kind für sich selbst volle Verantwortung übernehmen kann. Neben den Eltern und anderen Beziehungspersonen sollen Paten ein enges Verhältnis zu dem getauften Kind haben, damit sie ihm als vertrauenswürdiger und vom Kind akzeptierter Partner zur Seite stehen können.

Wer kann Pate oder Patin werden?
Alle getauften Christinnen und Christen, deren Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehören. In vielen Landeskirchen soll mindestens ein Pate evangelisch sein. Evangelische Christen müssen konfirmiert sein und alle kirchlichen Rechte besitzen. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, hat auch das Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.

Wann endet das Patenamt?
In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht. Wenn ein Pate und das getaufte Kind ein freundschaftliches Verhältnis zueinander haben, soll das durch die Konfirmation nicht abgebrochen werden.

Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?
Manchmal wollen Eltern den Kindern die freie Entscheidung zur Taufe selbst überlassen. Das kleine Kind wird dann in einer gottesdienstlichen Handlung gesegnet. Bitte bedenken Sie dabei: Die Segnung ersetzt nicht das Sakrament der Taufe und das Kind wird damit auch nicht Gemeindeglied.

Was ist ein Sakrament?
In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. Im menschlichen Handeln bei der Taufe und beim Abendmahl wird die göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.

Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen meist auch ungetaufte Kinder auf. Als Eltern müssen Sie aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennen lernt. Fragen Sie an Ihrem Ort nach den Möglichkeiten.

Kann mein Kind konfirmiert werden ohne getauft zu sein?
Nein. Um konfirmiert zu werden muss Ihr Kind getauft sein. Das geschieht meist im Zusammenhang mit der Konfirmation.

Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen ohne getauft zu sein?
Ja. Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen, um mehr über den christlichen Glauben zu erfahren. Es kann dann selbst entscheiden, ob es getauft werden möchte. Die Taufe findet meist kurz vor oder in direktem Zusammenhang mit der Konfirmation statt.

Was ist eine Nottaufe?
Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht wird eine Nottaufe vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen. Damit der Getaufte ins Taufregister der Kirchengemeinde eingetragen werden kann, sollte die erfolgte Nottaufe zeitnah dem zuständigen Pfarrer oder der zuständigen Pfarrerin gemeldet werden.

» Hier finden Sie das für Ihren Ort zuständige Pfarramt mit den wichtigsten Ansprechpartnern.

Weitere Informationen rund um die Taufe:
» www.taufspruch.de
Konfirmation3-Texte/taufe.html">» Die Taufe: Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis der Taufe in der evangelischen Kirche - im Auftrag des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben vom Kirchenamt der Konfirmation3
veröffentlicht unter: Taufe

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